Über Bulgarien

Bulgarien liegt im südostlichen Teil Europas. Mit seiner Oberfläche von 111,000 km2 nimmt heute das Land den 10. Platz unter den 50 europäischen Staaten ein. Seit dem 1. Januar 2007 ist Bulgarien EU-Mitglied.

Die bewegte jahrtausendelange Geschichte, die großen europäischen Kulturen, die hier aufgeblüht haben, die prächtige Natur und reiche Tierwelt, die Vielfalt der Traditionen und das Volk selbst – das sind nur einige von den vielen Gründen, weshalb eine Rundreise durch Bulgarien vom hohen Studiums- und Erinnerungswert ist.

Ein wenig Geschichte:

Das Thrakergrab von KazanlakIm Laufe von 3 Jahrtausenden wurde Bulgarien von den Thrakern angesiedelt. Die ältesten architektonischen Denkmäler aus der frühthrakischen Zeit sind die Megalithen in den Ostrhodopen. Zahlreich sind die Dolmen, Felsennischen, Grüfte und Tempel aus dem 9.-6. Jh. v. Ch. Die größte bisher gefundene Felsenanlage ist Perperikon, der Dionysius-Tempel.

Die Blüte der thrakischen Kultur in der vorrömischen Eisenzeit (6. Jh. v. Chr. – 1. Jh.) hat das Land mit unglaublichen architektonischen Denkmälern geprägt. Hervorragend sind die mit Fresko bemaltem Kuppeltumuli in Kazanlak, Alexander, Kosmatka u.a. Die in den bisherigen Ausgrabungen aufgetauchten Goldschätze, Masken, Haushaltsgegenstände zählen zu den besten Mustern der Juwelkunst. Der starke kulturelle Austausch zwischen den Völkern sowie die Präsenz von Römern und Hellenen auf heutigem bulgarischem Land haben dauerhafte Spuren in der bulgarischen Geschichte und dem kulturell-historischen Erbe des Landes belassen. Zu erwähnen aus dieser Zeit sind: das Römische Amphitheater in Plovdiv (Trimontium), die Ruinen der Alten Serdica, Villa Armira, Ulpia Oescus u.a. sowie auch die Funde aus hellenischer Zeit in Nessebar, Sosopol usw.

Villa ArmiraGründer des heutigen Bulgariens sind die Bulgaren, die aus Mittelasien gekommen sind. Deren Reich, Großbulgarien, war auf den Fundamenten der Gerechtigkeit, der toleranten Verhältnisse zum Mitmenschen, der Ablehnung der Sklaverei und der Verfassung einer Gesellschaft der freien Arbeit aufgebaut.

Im Jahre 681 gewann Khan Asparuh das Gebiet um das Donaudelta und hat gemeinsam mit den Thrakern und Slawen das neue Bulgarische Reich mit Hauptstadt Pliska proklamiert. Die mächtige Militärorganisation und die Disziplin im Bund führten in diesem Jahr zur Gründung des ersten mittelalterlichen Staates in Europa.

Im 9. Jh. gewann die Bevölkerung eine einheitliche Identität – die bulgarische Nationalität, wobei das Erste Bulgarische Reich zu einem der 3 Großen europäischen Monarchien wurde.
Von erheblicher Bedeutung dafür waren der Übertritt zum Christentum als Staatsreligion, die Erkämpfung der Autokephalie der Bulgarischen Kirche sowie die Schaffung der Voraussetzungen für die Aufbewahrung und Erhaltung des slawischen Schriftentums und der slawischen Kultur.

Zu Beginn des 11. Jh. fiel Bulgarien unter byzantinischer Gewalt. Nach der Wiedererkämpfung seiner Souveränität im Jahre 1186 erlebte Bulgarien mehrere politische und kulturelle Aufschwünge. Im 12.-14. Jh dominierte der bulgarische Staat schon wieder in Südosteuropa. Das war die Periode des II. Bulgarischen Reiches. 1277-1278 rettete der damalige bulgarische Zar nicht nur Bulgarien, sondern auch ganz Europa vor dem Angriff der Tataren, die in ihrem Streben nach Weltherrschaft China, Indien, Rußland, Polen und Ungarn erbarmungslos zerschmettert hatten. In den Territorien Bulgariens wurden die Tataren besiegt, vernichtend geschlagen und vertrieben.

Rila-Kloster - WandmalereiEin Jahrhundert später vermochten aber Bulgarien und die anderen Balkanstaaten – Byzanz, Albanien, Serbien, die Walachei und Moldawien – nicht, der neuen islamischen Invasion – dieser der osmanischen Türken – zu widerstehen. Das osmanische Heer drang bis vor den Mauern von Wien und Venedig vor und es kostete viel Blut und Geld, um den westlichen Teil des Alten Kontinents retten zu können. So kam es zu dem Jahre 1396, als auch die letzte bulgarische Festung unter dem Islam fiel. So wurde das bulgarische Volk gezwungen, fast 500 Jahre in einer ethnischen und religiösen völlig fremden Welt zu leben. Trotzdem gelang es den Bulgaren, ihre christliche Religion und ihr Nationalbewußtsein durch die Jahrhunderten zu bewahren. Im Jahre 1878 wurde der Bulgarische Staat wiederhergestellt und somit trat das bulgarische Volk als freie und souveräne Nation in die neue Geschichte Europas ein.

Einen neuen Aufschwung des Staates erlebt Bulgarien seit Ende des 19. Jh. Die vielen dramatischen Ereignissen des 20. Jh. in Europa führten aber zur Herstellung sozialistischer Regierungsform, die mehr als 40 Jahren in Bulgarien herrschte (1944 – 1989).

Seit dem 1. Januar 2007 ist Bulgarien Mitglied von EU.

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